Musima halb-akustisch mit Rellog Gitona pu

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lordbizarre
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Musima halb-akustisch mit Rellog Gitona pu

Beitrag von lordbizarre »

hallo !
habe eine Musima halb-akustisch mit einen Rellog-Gitona pu bekommen.
Weist jemanden mehr uber diese gitarre(modelname und/oder nummer ; jahr ; uzw...)
danke !
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ivan alias lordbizarre
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NorbertE
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Re: Musima halb-akustisch mit Rellog Gitona pu

Beitrag von NorbertE »

Hallo Ivan,

ich als Unwissender tippe mal auf spät 50/Anfang 60. Eine normale, preiswerte "german carving"-Gitarre mit einem nachträglich eingebauten PU. Intressant ist der Boden, der ja rechts ins "birdseye" oder "blister" geht.

Ich tippe deshalb auf das Baujahr, weil später die Rellogs vom Foto (Singlecoil) verbaut wurden.

Und ich hab als Holzunkundiger auch gleich ne Frage hinterher: Wie kommt es zum "Vogelauge", Blister,Curly, etc.? Sieht man es dem rohen Holz von aussen an? Ist da beim Kauf des Birdseye-Holzes wirklich Birdseye drin oder ist das ein va banque-Spiel?

Für eine Aufklärung wäre ich da wirklich dankbar...

Grüsse Norbert

Foto: der 70er-Singlecoil-Rellog
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STELOL
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Re: Musima halb-akustisch mit Rellog Gitona pu

Beitrag von STELOL »

Hallo,

leider muß ich Dich enttäuschen! Das ist kein "German Carving". :blush:

Das habe ich schon mal in einem anderen Beitrag geschrieben!!

Archtop heißt nichts anderes als das eine Wölbung (arch) in die Decke (Top) mit eingearbeitet wurde. Jazzgitarren werden allgemein gerne als Archtop - Gitarren oder kurz "Archtops" bezeichnet, da Sie in der Regel solch gewölbte Decken (meißtens auch gewölbte Böden) haben. Eine ganz besonder Wölbung ist das sogenannte "german carving" das ein Herr Wenzel Rossmeisl auf seinen ROGER Gitarren gemacht hat. Der Begriff "german carving" stammt allerdings aus einer späteren Zeit als sein Sohn Roger Rossmeisl in Amerika für Firmen wie z.Bsp Gibson, Fender und Rickenbacker gearbeitet hat und dieses Carving ( carve - schnitzen) dort auch benutzt hat. Früher sprach man von einer stark ausgearbeiteten Hohlkehle. Viele vogtländischen Gitarrenbauer haben dieses typische carving auf Ihren Gitarren und es ist immer wieder zu finden. Schau Dir die Bilder der TACO an die ich reingestellt habe und du erkennst es sofort! Auch Musima hat auf Ihren Records dieses carving benutzt. Diese Form der Wölbung ist jedoch auf Decke und Boden zu finden obwohl der Begriff Archtop ja eigentlich nur die Decke meint!

Noch ein kleiner Nachtrag! Wenzel Rossmeisl wird ja immer als erfinder des "German Carvings" angeführt aber ich Denke und weiß aus Erzählungen das da wohl mehrer Leute dran beteiligt waren. :friends:

Bei der Musima handelt es sich um ein sehr einfaches Modell. Ich kann es nicht genau über die Fotos beurteilen aber ich denke das sie nicht aus Vollholz sondern aus gesperrtem Holz besteht. Das "German carving kann man natürlch nur mit Vollholz Gitarren machen indeem man aus einem vollen Stück heraus Schnitz (Fräst) oder verschiedene Vollhölzer vorher schichtverleimt und dann mit der Schnitzarbeit (Fräsarbeit) beginnt. :holzhacker:

Der Rellog sieht für mich nachträglich angebaut aus da die Auschneidearbeit am Schlagbrett recht grob aussieht. Daher kann man nicht auf das alter der Gitarre über den PU schließen.

Ich würde auf 50er Tippen aber Karl Heinz weiß es bestimmt ganz genau!

Nette Grüße,

STELOL
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lordbizarre
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Re: Musima halb-akustisch mit Rellog Gitona pu

Beitrag von lordbizarre »

Hallo !
fur diese Musima kann naturlich der pu nicht geeigenet sein um das baujahr zu finden !
Nur diese logo auf'n korpus mit eine gitarre und zwei Löwen sind vielleicht mehr referens-wörtig ???
Fur das holz : diese "blister" ist auch zu sehen auf'n ihneren das korpus , aber es ist , glaube ich , kein referens das die rückwand auf einem teil geferticht ist : eben mit "triplex" kann man dies rausmachen ( verschiedene schichte können auf derzelbste höhe & platse gebraucht sein...)
Obwohl ich es nicht sehen kan durch die bindings ( nirgenwho möglich der decke-oder ruckseite richtig zu sehen !) glaube ich es ist in-forme-geprestes-triplex ...Aber es gibt einen sehr schönen estetik !
Wezentlich eine sehr gute gitarre(mit sehr hohen audio-ausput) !
Und richtig : eine "German-carve" ist ehr sicherlicht nicht , z.b.eine Teisco Spectrum5 hatte das ,ebenso verschiedene Japanese kopien von Deutsche marken .
gruss !
ivan alias lordbizarre
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K.-H.Neudel
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Re: Musima halb-akustisch mit Rellog Gitona pu

Beitrag von K.-H.Neudel »

Hallo Lordbizare und Norbert!

Heute will ich endlich mal einige sachen beantworten.
Die Gitarre war aus Sperrholz ( Ahorn) Typ 1653.
Später auch mit Cutaway.Bauzeit ende 50-anfang 70 er.
Maserung hat mit Vogelaugen Ahorn nichts zu tun.
Gleiches Modell aber semiakoustik wurde in größeren
Stückzahlen gebaut.
Der Tonabnehmer wurde von 1965-ca.1975 gebaut, aber nicht
von Goller.Ab 63-64 wurde von der VVB die Entwicklung der Tonabnehmer
gefördert.Gebaut wurden sie in Klingenthal im VEB Simeto.Auch alle Pickuards
fertigte man dort.Die ersten Ta hatten Plaste Kappen.Danach wie Bild. Ab
74 im Humbucker Vormat und Single Coil.Ab ca. 1980 wurden dann
Tonabnehmer in den Standardgrößen gefertigt.(Fender)
Wie lange Goller Ta herstellte weiß ich nicht.
Norbert ,es gab leider auch andere Hersteller, nicht nur Goller.

Gruß Karl-Heinz

NorbertE
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Re: Musima halb-akustisch mit Rellog Gitona pu

Beitrag von NorbertE »

Hallo Karl-Heinz und danke,

Simeto war der Name, der mir nicht mehr eingefallen war. Von den späten Singlecoil in Fenderform mit schwarzer Plastekappe habe ich einige da. Die gabs, glaube ich, weiss auch.

Aber hat man wirklich Doppelspuler auch produziert? Oder nur Einspuler in der Gehäuseform?

Grüsse Norbert

STELOL
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Re: Musima halb-akustisch mit Rellog Gitona pu

Beitrag von STELOL »

Hier mehr zu SIMETO:
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Gruß,

STELOL :v:
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