Kombiniertes Doppelhorn

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dszy
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Kombiniertes Doppelhorn

Beitrag von dszy »

Ich habe mehrere Fragen zu einem für mich neuem Horn.

Hat jemand eine Idee wer der Hersteller sein könnte? Ich habe diese Bauweise von einigen Markneukirchener Manufakturen gesehen und have selbst eine Vermutung.

Laut meinen Informationen wurde diese Bauform von Wunderlich entwickelt. Ist das korrekt?

Vielen Dank und viele Grüße
Dietmar
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dszy
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Re: Kombiniertes Doppelhorn

Beitrag von dszy »

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StürmLuk
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Re: Kombiniertes Doppelhorn

Beitrag von StürmLuk »

Hallo Diemtar,

mich würde der Hersteller auch interessieren. Vielleicht ist der Betrag einfach durchgerutscht und es weiß ja doch jemand etwas.

Wie spielt sich das Horn? Ist die Intonation gut?

Viele Grüße
Lukad

dszy
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Re: Kombiniertes Doppelhorn

Beitrag von dszy »

Hallo.

Das Horn ist z.Z. zur Restauration beim Instrumentenbauer. Es steht interessanterweise in F/B was für mich v.a. bei einem kombinierten/compensierten Horn interessant ist, da ich bislang davon ausging, daß diese Instrumente oft als B Horn mit F Seite konzipiert wurden (und im deutschsprachigen Raum ja auch hauptsächlich so genutzt wurden) . Intonation ist gut und es sprich v.a. auf der F Seite hervorragend an.

Meine Annahme ist, daß es der Heinel Werkstatt entstammt.

Viele Weihnachtliche Grüße
Dietmar

StürmLuk
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Re: Kombiniertes Doppelhorn

Beitrag von StürmLuk »

Da bin ich mal gespannt, wie es nach der Restauration aussieht.

Jetzt musst Du mir erklären, was du mit "es steht in F/B" meinst. Ist ein kombiniertes/kompensiertes Doppelhorn nicht immer ein B-Horn, dass durch hinzuschalten von Rohrschleifen zum F-Horn wird (Grundlänge und Ventillängen)?

Ich spiele selbst seit langem Waldhorn (Doppelhorn, vollausgebaut) und habe erst vor kurzem von den kombinierten/kompensierten gehört.

Viele Grüße und merry christmas
Lukas

Schrottsammler
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Re: Kombiniertes Doppelhorn

Beitrag von Schrottsammler »

Hallo in die Runde Liebhaber/innen alter Instrumente :wink: (bin neu hier-Mitleser seit ewig...)

Die Vermutung,dass dieses Horn von Heinel stammt habe ich auch-die Stützen und Zugenden sehen haargenau aus wie bei meiner Hermann Heinel Trompete.
Auch die Schubstangen sind identisch.
Sicher kann man da halt nicht sein-die Teile könnten auch beim haargenau selben Zulieferer eingekauft worden sein.....
Könnte natürlich auch ein "Schwarzbau" sein.
Grüsse aus dem Süden bei Freiburg :wink:
Dennis

.....Vintage Instrumente spielen besser...und älter... :v:
"Ich arbeite ja nicht-ich mache nur Musik" James Last

Mario Weller
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Re: Kombiniertes Doppelhorn

Beitrag von Mario Weller »

Hallo Dietmar, Lukas und Dennis,

ich bitte um Entschuldigung, dass sich, einschließlich meiner Person, noch niemand weiteres in dieses Thema eingeklinkt hat. Selbst hab ich lange abgewartet, da in meinen Augen die Einordnung dieses Horns nicht einfach ist.

Das Modell an sich entspricht der Bauform der Werkstatt A.K.Wunderlich, dass ist korrekt. Mir fehlt aber weiterhin der Beweis, dass es auch eine Entwicklung aus dieser Werkstatt war. Für so ziemlich jedes Modell gab es einen Vorgänger, ein gutes Horn, welches man durch eigene Gedanken veränderte / verbesserte. A. K. Wunderlich würde ich Anhand der "eckig" geformten Schmiedestützen und anderer Platten der Schallstückstütze bedingt ausschließen wollen.

Dietmars Verdacht auf Hermann Heinel ist plausibel, da aus dieser Werkstatt ebenso der 90° zur Seite gekippte A-Zug überliefert ist. Da hat Heinel, wenn denn Wunderlich der Erfinder war, von diesem sehr gut kopiert.

Die Stützenplättchen sind bei H. Heinel von gleicher Machart, hingegen mir einige Zwingen bei Dietmars Horn nicht mit den mir bekannten Heinel-Zwingen übereinstimmen. Da aber NIE eine Werkstatt Zeit seines Bestehens immer die gleichen Details arbeitete, ist dies kein Ausschlusskriterium. Der sehr schlanke Fingerhaken spricht wieder für Heinel, von der Oberzwinge müsste man bessere Fotos haben, um diese zu vergleichen.

Die bei der Restaurierung entdeckte Eigenart, dass das Horn auf F eingestellt ist anstatt wie üblich auf B, verwundert mich nicht. Das war sicher auch Kundenwunsch und das gleiche Prinzip wie beim vollausgebauten Doppelhorn.

Nun hoffe ich, dass jemand vergleichbare Hörner findet, vielleicht mal Fotos einstellen könnte. Insgesamt ein richtig gutes Thema, welches aber noch einer ganzer Menge Recherche erfordern wird!


Mit den besten Grüßen aus Markneukirchen

Mario Weller

dszy
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Re: Kombiniertes Doppelhorn

Beitrag von dszy »

Sehr geehrter Herr Weller,

vielen Dank fuer die ausfuehrliche Antwort.
Der 1925 Wunderlich Katalog fuehrt das Model 2089 1/2 als neue Bauweise ( siehe Brasstacks.de

https://brasstacks.de/ce_photo/html/ima ... ./../sound )

Zu Heinel habe ich nur 2 Doppelhoerner im Netz entdecken koennen
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(Quelle: https://www.facebook.com/groups/1851148 ... 118644795/
Marcel Konieczny )

Und:
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(Quelle: https://tubbshornstudio.wordpress.com/2 ... n-process/ Bruce Tubbs)

Mario Weller
Metallblasinstrumentenbaumeister
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Re: Kombiniertes Doppelhorn

Beitrag von Mario Weller »

Hallo und vielen Dank für die Hinweise + Fotos!

Nun, wir haben da sicher ein paar Überschneidungen und vielleicht auch Verwechslungen. Ich bin hauptsächlich von A. K. Wunderlich (Hersteller) ausgegangen, nicht von C. A. Wunderlich (Händler).
A. K. Wunderlich baute das Modell auch, wie schon geschrieben. Ob er der Lieferant für C. A. Wunderlich war, ist mir bei meinen Recherchen nicht überliefert worden. Im Gegenteil, als Hauptlieferant von Wald- und Doppelhörnern an C. A. W. wird stets Fritz Petzold genannt. Wie geschrieben, es wird noch mehrerer Anstregungen unterliegen, bis man da ganz konkrete Aussagen treffen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller

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